Machdeburjer sind ja so kreativ

Wenn „Otto kreativ“ ist, dann bin ich es auch. Ich heiße zwar nicht Otto und bin auch nicht gefragt worden, ob ich in der Zeitungs-Serie von Volksstimme und Stadtmarketingverein „Pro M“ vorgestellt werden mag, aber ich bin ein Ottostädtler. Also ein Machdeburjer. Und damit ein Kreativer. Denn wir von hier sind so kreativ, dass man es uns schon von Weitem ansieht. Wir haben so kreative Dinge erfunden wie Luftpumpe, Barockmusik, Verseilmaschinen, Akkordeon, gotische Dome auf deutschem Boden, Europäisches Recht, deutsche Kaiserreiche, das Kaiser-Otto-Fest und mehr Baustellen als Einwohner.

Für Georg Bandarau und den vor 15 Jahren gegründeten Verein „Pro Magdeburg“ sind das alles genug gute Gründe, um mal die 40 kreativsten Köpfe in Porträts vorzustellen. Über die Auswahl kann man zwar streiten, aber die 40 sind schon echt coole Typen. Wer Volksstimme liest, weiß, wie ich das meine. Wer sie nicht liest, kann das dieser Tage nachholen – und zwar in der Ausstellung, die bis zum 16. September im Untergeschoss zu sehen ist. Alle 40 Zeitungsartikel kann man dort nachlesen. Also ein Kaffee to go geschnappt und gelesen, bis du schlauer bist als vorher. Und das bist du garantiert, denn Geschichten über Leute sind immer spannend. Erst Recht, wenn es sich um Leute wie Keramikerin Jana Neumann („Töpfer waren schon immer Reiseverkäufer. Sie haben in ihren Werkstätten produziert, um es anschließend auf Märkten zu verkaufen!“) oder Sebastian Friedrich handelt.

Sebastian Friedrich hatte sich schon mit 8 darüber geärgert, dass sein Spielzeug immer so unvollständig war. Inzwischen ist er ein bisschen größer, älter und schlauer geworden und hat ein Computerprogramm entwickelt, mit dem Kinder ihr eigenes Spielzeug entwickeln können. Sebastian nennt es „Tinker Toy“ und „das Lego des 21. Jahrhunderts“. Muss echt der Hammer in den Augen eines Kindes sein, wenn das selbst kreierte Auto im 3D-Drucker tatsächlich Gestalt annimmt.

Oder nehmen wir den umtriebigen Chef von MDCC, einem gewissen Guido Nienhaus. Der ist nicht nur überzeugter Clubfan, sondern hat auch ne Menge Ideen in der Birne. Mit Partnern hat er nicht nur eine (von vielen) Magdeburg-Apps auf den Weg gebracht, sondern seine „Machdeburg-App“ mit Fußtapfen überall in der Stadt veredelt. Wenn du auf den Tapsen stehst und in dem Smartphone die „Machdeburg-App“ (https://www.mdcc.de/aktuelles/erlebnis-app-machdeburg/60) öffnest, dann kannst du Videos sehen und allerlei nützliche Infos zum Standort erfahren. Soll einzigartig sein in Deutschland. Und als Machdeburjer muss ich am Ende echt saren: „Da kannste echt nicht meckern“ …

OB Lutz Trümper im Gespräch mit Volksstimme-Lokalchef Rainer Schweingel. Fotos: J.-U. Jahns

Ach ja, und unser Oberbürgermeister Lutz Trümper war zur Eröffnung der Ausstellung natürlich auch da. Klar, dass er seine Stadtverwaltung für sehr kreativ hält (vielleicht besonders beim Begründen der vielen Baustellen u.ä.) und über den grünen Klee gelobt hat. Viel interessanter fand ich, dass er mir in Erinnerung brachte, dass ja Anfang der 1990er Jahre Magdeburg eine Einwohnerzahl von unter 200.000 für 2025 vorausgesagt wurde. Und heute? Heute hat Magdeburg über 245.000 Einwohner. Ja, und warum wohl? Weil wir kreativ sind; nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit  (na sie wissen schon) …